Ernährung des Canicross-Hundes: Welche Nährstoffe für Leistung und Ausdauer?

Erhöhter Energiebedarf je nach Anstrengungsintensität
Die für einen Canicross-Hund benötigte Energie hängt hauptsächlich von der zurückgelegten Distanz und der Dauer der Anstrengung ab. Dementsprechend wird die Ernährung des Canicross-Hundes direkt durch diese Variation der Anstrengung beeinflusst. Ein Hund, der täglich mehrere Kilometer läuft, hat einen deutlich höheren Kalorienbedarf als ein normaler Hund. Es wird geschätzt, dass ein aktiver Hund etwa 1,1 kcal pro Kilometer und pro Kilogramm Körpergewicht verbrennt. Hunde, die lange Strecken zurücklegen, wie Schlittenhunde, benötigen bis zum Achtfachen ihrer üblichen Energiezufuhr.
Auch die Morphologie des Hundes beeinflusst seinen Bedarf. Hybride Sporthunde mit langen Beinen wie der Greyster, der European Sled Dog (ESD) oder der Alaskan verbrauchen beim Trab weniger Energie als ein Hund mit kürzeren Beinen. Ebenso beeinflussen die Umgebungstemperatur und die Art des Geländes mit mehr oder weniger Höhenunterschieden den Kalorienverbrauch. Darüber hinaus wird der Energiebedarf eines Canicross-Hundes neben der Intensität und Dauer der Anstrengung durch seine individuellen Merkmale beeinflusst, die sein Energiemanagement und seinen Stoffwechsel beeinflussen.
Abgesehen von der körperlichen Aktivität spielen mehrere hundespezifische Faktoren eine Rolle:
- Der Lebensraum: Ein Hund, der bei kaltem Wetter draußen lebt, verbraucht mehr Energie, um seine Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, im Gegensatz zu einem Hund, der in einer gemäßigten Innenumgebung lebt.
- Das Alter: Ein junger, wachsender Hund benötigt mehr Kalorien, um seine Muskel- und Knochenentwicklung zu unterstützen, während ein Senior-Hund oft einen langsameren Stoffwechsel hat, der eine Anpassung seiner Ration erfordert.
- Die Kastration: Sie kann den Energiebedarf um etwa 20 % senken und das Risiko einer Gewichtszunahme erhöhen, wenn die Kalorienzufuhr nicht entsprechend angepasst wird.
- Die Rasse oder Kreuzung: Bestimmte Linien, wie Windhunde, haben einen viel schnelleren Stoffwechsel und eine größere Fähigkeit, Fette zu verbrennen, während andere, wie Retriever, dazu neigen, Energie leichter zu speichern.
- Individuelle Empfindlichkeiten: Stress, Futtermittelallergien oder -intoleranzen können die Nährstoffaufnahme beeinflussen und eine spezielle Ernährung erfordern, um eine gute Assimilation und optimalen Verdauungskomfort zu gewährleisten.
All diese Faktoren müssen berücksichtigt werden, um die Energiezufuhr anzupassen und eine auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Hundes zugeschnittene Ernährung zu gewährleisten, um ihm eine optimale körperliche Verfassung für den Canicross zu sichern.
Welche Nährstoffe sind zu bevorzugen je nach sportlicher Aktivität?
Im Gegensatz zu Menschen, die bei längerer Anstrengung hauptsächlich Kohlenhydrate als Energiequelle nutzen, beziehen Ausdauerhunde, wie diejenigen, die Canicross betreiben, den Großteil ihrer Energie aus Lipiden. In diesem Zusammenhang kann sich die Ernährung von Canicross-Hunden nach verschiedenen Kriterien entwickeln:
Sprint-Hunde vs. Ausdauerhunde
Zunächst ist festzuhalten, dass der Ernährungsbedarf eines Sprint-Hundes (Rennhunde, Agility, Flyball) von dem eines Ausdauerhundes (Canicross, Bikejöring, Schlittenhunde) abweicht. Sprint-Hunde leisten explosive und sehr kurze Anstrengungen (weniger als 1 Min.) und benötigen daher eine schnelle Energiequelle. Diese wird hauptsächlich durch Kohlenhydrate bereitgestellt. Ein Überschuss an Lipiden oder Proteinen kann daher ihre Leistung verlangsamen.
Der Rennhund ist ein Sprinter: Er mobilisiert schnell seine Typ-IIb-Muskelfasern, verwendet hauptsächlich Glykogen im anaeroben Stoffwechsel und ermüdet schnell. Umgekehrt ist eine fett- und proteinreiche Ernährung vorzuziehen, um die Energie und Erholung von Canicross-Hunden bei längeren Anstrengungen (mehr als 5 Minuten) zu optimieren. Proteine sind für die Muskelregeneration und die Vorbeugung von Verletzungen unerlässlich.
Lipide sind bei dieser Art von Anstrengung die Hauptenergiequelle, die eine optimale Ausdauer ohne Blutzuckerabfall gewährleistet. Kohlenhydrate sind in moderaten Mengen nützlich, aber ein Überschuss kann bei langen Strecken kontraproduktiv sein. Der Canicross-Hund ist ein Ausdauerläufer: Er beansprucht hauptsächlich seine Typ-I- und Typ-IIa-Fasern, fördert die Lipidoxidation im aeroben Stoffwechsel und hält eine längere Anstrengung mit verzögerter Ermüdung aufrecht.
Proteine, Lipide und Kohlenhydrate: Die ideale Ernährung für einen Canicross-Hund
Die Ernährung eines Canicross-Hundes muss an seinen erhöhten Energiebedarf, seine Ausdauerleistung und seine Muskelregeneration angepasst werden. Eine optimierte Ration basiert auf einem präzisen Gleichgewicht zwischen Proteinen, Lipiden und Kohlenhydraten, wobei die Verdaulichkeit und die Qualität der verwendeten Zutaten berücksichtigt werden müssen. Um Ihnen mehr Klarheit zu verschaffen, geht der Blog Nourrir Comme La Nature detaillierter auf die Verteilung der Ration für die Ernährung von Canicross-Hunden ein.
Proteine: eine Säule für Muskulatur und Regeneration
Proteine spielen eine grundlegende Rolle beim Aufbau und der Reparatur von Muskeln, was für einen Hund, der längeren Anstrengungen ausgesetzt ist, unerlässlich ist. Sie sollten 30 bis 40 % der umsetzbaren Energie ausmachen, was einem Rohproteingehalt von mindestens 30 % im Futter entspricht. Die Qualität der Proteine ist entscheidend:
- Sie müssen hochverdaulich sein, um Verdauungsstörungen zu vermeiden und ihre Aufnahme zu maximieren.
- Sie müssen reich an essentiellen Aminosäuren sein, insbesondere Leucin, Isoleucin und Valin (BCAAs), die die Muskelregeneration fördern und den Gewebeabbau nach dem Training begrenzen.
- Die besten Quellen sind mageres Fleisch (Huhn, Pute, Rind), Fisch, Eier und hydrolysierte tierische Proteine, die eine ausgezeichnete Bioverfügbarkeit garantieren.
Ein Überschuss an Proteinen ohne ausreichende Lipidzufuhr garantiert jedoch keine bessere Ausdauer. Das Gleichgewicht mit Fetten ist unerlässlich.
Lipide: Der Haupttreibstoff für Ausdauer
Lipide sind die bevorzugte Energiequelle für Hunde bei längerem Training. Im Gegensatz zu Menschen, die hauptsächlich Kohlenhydrate verwenden, mobilisieren Hunde Fette, um über einen längeren Zeitraum körperlich aktiv zu bleiben. Deshalb sollten Lipide 40 bis 50 % der umsetzbaren Energie ausmachen, mit einem Anteil von mindestens 18 % auf Trockenmasse im Futter bei regelmäßigem Canicross-Training. Die besten Lipidquellen sind:
- Hochwertige und nicht oxidierte tierische Fette (Geflügelfett, Fischöl).
- Öle, die reich an Omega-3-Fettsäuren marinen Ursprungs sind, wie Fischöl oder Algenöl, die EPA und DHA liefern. Diese Fettsäuren sind unerlässlich, um Muskel- und Gelenkentzündungen zu reduzieren, ein Schlüsselfaktor für die Erholung nach intensiven Läufen, die Fließfähigkeit der Zellmembranen zu fördern (wodurch die Sauerstoffversorgung der Muskeln verbessert wird) und die Herz- und Kognitionsfunktion zu unterstützen, was besonders wichtig für Hunde mit intensiver Aktivität ist.
Die Erhöhung des Lipidgehalts ermöglicht es auch, die Kalorienzufuhr zu konzentrieren, ohne das Volumen der Rationen zu erhöhen, wodurch Verdauungsbeschwerden begrenzt werden.
Kohlenhydrate: Eine modulierbare Zufuhr zur Unterstützung der Anstrengung
Im Gegensatz zu Menschen benötigen Hunde nicht unbedingt Kohlenhydrate. Diese spielen jedoch eine Rolle bei der Bildung von Muskelglykogenreserven, die bei Beschleunigungsphasen und explosiven Anstrengungen (Anstiege, Antritte) genutzt werden. Eine moderate Kohlenhydratzufuhr wird daher empfohlen, die 10 bis 30 % der umsetzbaren Energie ausmacht. Die Kohlenhydrate müssen von guter Qualität und verdaulich sein, wobei Folgendes bevorzugt wird:
- Gut verarbeitete und verdauliche Getreide oder Knollen (Reis, Hafer, Mais, Kartoffel, Süßkartoffel).
- Lösliche Ballaststoffe, die ein gutes Verdauungsgleichgewicht fördern, ohne den Darm zu überlasten.
- Zu vermeiden: Überschüsse an Ballaststoffen und Stärke, die Verdauungsbeschwerden verursachen können.
Eine gute Ernährung – der Schlüssel zu einem topfitten Canicross-Hund
Die Ernährung eines Canicross-Hundes beschränkt sich nicht auf einen einfachen Prozentsatz von Proteinen oder Fetten auf einer Krokettenpackung. Der wahre Unterschied liegt in der Qualität der Zutaten, ihrer Verdaulichkeit und der Kontrolle des Herstellers über den gesamten Produktionsprozess. Ein gutes Futter besteht in erster Linie aus sorgfältig ausgewählten Rohstoffen, hochverdaulichen Proteinen, hochwertigen Fetten, die reich an essentiellen Fettsäuren sind, und angepassten Kohlenhydraten für nachhaltige Energie. Da jeder Hund einzigartig ist, muss seine Ernährung an sein Trainingsniveau, seinen Stoffwechsel und seine spezifischen Bedürfnisse angepasst werden. Ein Hund, der gelegentlich läuft, hat nicht die gleichen Bedürfnisse wie ein Hundesportler, der täglich lange Strecken trainiert.
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Literaturhinweise:
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