1 Min. 03/11/2025

Ernährung für diabetische Hunde

Priorität für Hygienemaßnahmen

Beim Hund ist die Einführung einer speziellen Diät für diabetische Tiere weniger wichtig als bei Katzen. Diese Art von Diabetes ist nämlich insulinabhängiger als nahrungsabhängiger, was bedeutet, dass der Großteil der Behandlung auf Insulininjektionen basiert und eine Änderung der Ernährung nicht zwingend erforderlich ist.

Um jedoch die Wirksamkeit dieser Behandlung zu maximieren, ist es wichtig, bestimmte bewährte Praktiken zu befolgen:

  • Die Mahlzeiten zu festen Zeiten vor der Insulininjektion verabreichen. Die Injektion nicht vornehmen, wenn das Tier nicht frisst (und den Tierarzt konsultieren, um die Ursache der Anorexie zu ermitteln).
  • Eine konstante Art von Futter beibehalten. Jede Änderung des Speiseplans führt zu einem anderen Blutzuckerspitzenwert und beeinträchtigt dessen Stabilisierung durch Insulin.
  • Jede Futterumstellung muss von einer medizinischen Kontrolle der Blutzuckerkurve begleitet werden, um die Insulindosis entsprechend anzupassen.

Den Ernährungsplan an den körperlichen Zustand des Hundes anpassen

Je nach den Auswirkungen der Krankheit auf das Tier können verschiedene Szenarien auftreten. Ziel ist es, das Tier auf seinem Idealgewicht zu halten.
Wenn der Hund übergewichtig oder fettleibig ist, ist eine Futterration zur Gewichtsabnahme sinnvoll, um keine diabetesfördernden Faktoren zu schaffen. Hierfür wird ein kalorienarmes Futter empfohlen, das reich an hochwertigen Proteinen und unlöslichen Ballaststoffen ist (d.h. ein Futter zur „Gewichtsabnahme“). Umgekehrt, wenn das Tier aufgrund seines Diabetes zu Gewichtsverlust neigt, ist es das Ziel, ihm mehr Kalorien zuzuführen, um eine Rückkehr zu seinem Idealgewicht zu fördern. Hierfür ist die Wahl eines fettreicheren Futters sinnvoll. Ein Fettgehalt von über 15 % ist zu bevorzugen, ebenso wie ein hochverdauliches Futter, um die Nährstoffzufuhr zu optimieren.

Bevorzugte oder zu vermeidende Nährstoffe in der Ernährung des diabetischen Hundes

Unlösliche Ballaststoffe sind interessant, da sie die Glukoseaufnahme begrenzen und die für die therapeutische Behandlung notwendige Insulinmenge reduzieren. Eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA unterstützt den chronischen Entzündungszustand des Körpers, der an Diabetes und anderen damit verbundenen Pathologien (chronische Pankreatitis, Adipositas...) leidet. Diese Zufuhr kann über das Alleinfutter oder über EPA/DHA-Kapseln erfolgen. Einfache Zucker sind in industriellen Hundefuttermitteln sehr selten.

Im Gegensatz dazu sollten „Zusatzgaben“ in Form von Leckerlis vermieden werden. Es sollten keine Kuchen, Früchte und andere zuckerhaltige Speisereste angeboten werden, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden. Die komplexen Zucker (Stärke) in normalen Mengen stellen kein Problem dar. Die Vorstellung des glykämischen Index ist wenig konsensfähig, da ihr Wert stark vom Mikrobiom abzuhängen scheint. Sie ist daher kein relevantes und zuverlässiges Kriterium, insbesondere bei der Ernährung von Fleischfressern. Die anderen ernährungsphysiologischen Bedürfnisse, die nicht mit Diabetes zusammenhängen, dürfen nicht vergessen werden.

Zum Beispiel sollte für ein älteres Tier das Futter wenig Phosphor (<1%) enthalten. Für ein Tier mit chronischer Pankreatitis muss die Fettzufuhr begrenzt werden (<15%). Aus diesem Grund sollte die Erstellung eines Ernährungsplans für ein diabetisches Tier auf Anraten Ihres Tierarztes erfolgen.


Priorität hat die Einführung einer schmackhaften Ernährung für den Hund, um die Futteraufnahme zum Zeitpunkt der Insulininjektionen zu gewährleisten. Diese Ernährung kann industriell, hausgemacht oder gemischt sein, wichtig ist, dass sie von einem qualifizierten Tierarzt validiert wird. Anschließend ist das Ziel, dass der Hund sein Idealgewicht erreicht, die Kalorienzufuhr wird daher entsprechend dem körperlichen Zustand des Hundes berechnet. Eine Zufuhr von unlöslichen Ballaststoffen und EPA/DHA ist in jedem Fall interessant. Die am besten geeigneten Futtermittel zur Unterstützung bei Diabetes sind somit:

  • Ein Futter zur Gewichtsabnahme für ein übergewichtiges Tier;
  • Ein fettreiches Futter (>15%) für ein Tier, das an Gewicht verliert (außer bei chronischer Pankreatitis);
  • Ein Futter, das seinen physiologischen Bedürfnissen entspricht, wenn das Tier sein Idealgewicht hat.
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Alle begleitenden Erkrankungen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen, die gleichzeitig mit Diabetes auftreten, müssen berücksichtigt werden (Harnsteine, Nierenerkrankungen, Pankreatitis…), um einen individuellen Ernährungsplan zu erstellen. Sobald der Ernährungsplan erstellt ist, ist es entscheidend, ihn nicht zu ändern, da die Insulinmenge entsprechend der dadurch induzierten Blutzuckerkurve berechnet wird. Hygienische Maßnahmen sind wichtiger als die Wahl des Futtermittels selbst. Es ist daher wichtig, feste Essenszeiten in Verbindung mit den Insulininjektionen einzuhalten und keine Süßigkeiten außerhalb der Mahlzeiten zu verabreichen, insbesondere wenn diese einfache Zucker enthalten.

Dr. Sophie Augustin, Tierärztin für Ernährung

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